Meine erste Fahrt in einem Rennboot endete frustrierend. Das Boot trieb von einer Seite des Baches zur anderen hinüber, ohne dass ich auch nur einen Schlag gemacht hatte. Heulend lief ich 2 km zurück ins Bootshaus. Toller Anfang!
Irgendwann hat es jedoch mit dem Paddeln funktioniert und ich hielt mich mehr und mehr über Wasser. Ich wurde später an das Neubrandenburger Sportgymnasium delegiert und lernte schnell was es bedeutet Leistungssport zu betreiben. Bald begriff ich, dass ich nur durch hartes Training, ein hohes Maß an Motivation und ein gutes Umfeld erfolgreich sein konnte. Ich wusste, dass ich es in meinem Sport nur durch eine professionelle Einstellung ganz nach oben schaffen würde.
Als ich meine Berufung in die Deutsche Olympiamannschaft von Atlanta 1996 erhielt, war ich einfach nur glücklich. Ein Kindheitstraum sollte in Erfüllung gehen.
Für meinen Traum habe ich hart trainiert. Und ich meine damit nicht nur unzählige Trainingseinheiten bei eisiger Kälte auf dem Wasser, bei der das Eis das Paddel hinaufklettert. Dabei habe ich in den letzten Jahren auch mal unfreiwillig die Bekanntschaft mit dem etwas kühler temperierten See gemacht. Ich kann versichern, dass das „Baden“ bei 4 Grad Wassertemperatur nicht sehr angenehm ist.
Mittlerweile bin ich schon mindestens zweimal mit meinem Einer-Canadier um den Äquator gefahren, habe etliche Blasen an den Fingern bekommen und oft genug Muskelkater gespürt. Ich erinnere mich an Trainingstage, an denen ich mich bei extremen Windverhältnissen über den See quälte oder das Eis auf dem Wasser gebrochen habe, um trainieren zu können.
Aber es gibt auch unzählige schöne Momente von denen ich berichten kann. Am Ende entschädigt eine Goldmedaille - möglichst eine olympische - für alle Qualen!
